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Longevity & Mindset

Wenn der Kopf bremst — vom Aufschieben zum Anfangen

Kurz gesagt

Aufschieben ist selten Faulheit. Meistens ist es der Versuch, ein unangenehmes Gefühl zu vermeiden — Überforderung, Angst vor dem Scheitern oder schlicht Müdigkeit. Deshalb hilft mehr Druck nicht. Was hilft, ist die erste Handlung so klein zu machen, dass der Widerstand nicht mehr trägt.

„Ab Montag.” Das ist der meistgesagte Satz im Zusammenhang mit Veränderung, und es ist selten der Montag, an dem es dann losgeht.

Wir hören ihn oft, meistens in der Form: „Ich wollte schon letztes Jahr anrufen.”

Was Aufschieben wirklich ist

Es fühlt sich an wie Faulheit, und deshalb behandeln es die meisten Menschen wie Faulheit — mit mehr Druck, strengeren Vorsätzen, härteren Regeln.

Das funktioniert nicht, weil die Diagnose falsch ist. Aufschieben ist in der Regel der Versuch, ein Gefühl zu vermeiden. Überforderung, weil die Aufgabe zu groß wirkt. Angst, dass es wieder nicht klappt. Scham, weil man schon einmal angefangen und aufgehört hat. Oder ganz banal: Erschöpfung.

Wer das erkennt, versteht auch, warum mehr Druck es schlimmer macht. Man erhöht damit genau das Gefühl, vor dem man ausweicht.

Warum Neujahrsvorsätze so verlässlich scheitern

Sie sind zu groß. „Ich nehme heuer zwanzig Kilo ab” ist kein Vorsatz, das ist ein Wunsch ohne erste Handlung.

Sie kommen alle gleichzeitig. Ernährung, Sport, weniger Alkohol, mehr Schlaf, mehr Zeit für die Familie. Fünf Baustellen ab dem ersten Jänner.

Sie starten im schlechtesten Moment. Anfang Jänner ist es dunkel, kalt und man ist müde von den Feiertagen. Es gibt im Jahr kaum einen ungünstigeren Zeitpunkt für einen Neuanfang.

Sie haben kein Datum, nur einen Zeitraum. „Heuer” ist unendlich. Was unendlich ist, fängt nie an.

Und der wichtigste Punkt: Ein Vorsatz sagt, was anders sein soll. Er sagt nicht, was du am Dienstag um halb sieben tatsächlich machst.

Fünf Wege, die den Anfang leichter machen

Mach die erste Handlung lächerlich klein. Nicht „ab morgen jeden Tag Sport”, sondern „ich lege die Sportschuhe neben die Tür”. Nicht „ich stelle die Ernährung um”, sondern „ich kaufe morgen Topfen ein”. Der Widerstand hängt an der Größe des ersten Schritts, nicht an der Größe des Ziels.

Verabrede dich. Ein Termin mit einer anderen Person hält, ein Vorsatz mit sich selbst nicht. Das ist einer der Gründe, warum ein fixer Termin im Studio bei vielen funktioniert, wo das Fitnessstudio-Abo scheitert: Es wartet jemand.

Häng es an etwas, das ohnehin passiert. Nach dem Zähneputzen. Nach dem Kaffee. Beim Nachhausekommen. Eine neue Gewohnheit an eine bestehende zu koppeln ist der zuverlässigste Trick in dieser Liste.

Plane das Scheitern ein. Nicht ob, sondern was dann. „Wenn ich einen Termin auslasse, nehme ich den nächsten.” Wer das vorher festlegt, hört nach dem ersten Ausrutscher nicht auf — und genau dort hören die meisten auf.

Fang an, wenn es dir gerade gut geht. Nicht am Tiefpunkt. Der Tiefpunkt ist ein schlechter Startpunkt, auch wenn er sich wie der richtige anfühlt.

Der Satz, der bei uns an der Wand steht

„Dein Tag. Deine Zeit.”

Er klingt einfach, und er meint etwas Bestimmtes: dass die halbe Stunde, in der du bei uns liegst, nicht für jemand anderen ist. Für viele Frauen ist das der erste Termin seit Langem, bei dem sie nichts leisten müssen und niemand etwas von ihnen will.

Das ist auch der Grund, warum manche zuerst wegen des Umfangs kommen und dann wegen der halben Stunde bleiben.

Und wenn gerade wirklich nichts geht

Dann geht gerade nichts. Es gibt Phasen — eine Trennung, ein krankes Kind, eine Kündigung —, in denen der Vorsatz, jetzt auch noch etwas zu ändern, keine Hilfe ist, sondern eine weitere Anforderung.

In solchen Phasen ist Halten ein Ergebnis. Aufschieben ist dann keine Schwäche, sondern eine vernünftige Priorität. Der Unterschied liegt darin, ob du dich dafür verurteilst oder ob du es benennst.

Wenn du das lieber persönlich besprichst

Beim ersten Termin nehmen wir uns dafür Zeit — und du bekommst deine eigenen Zahlen statt allgemeiner Aussagen.

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