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Wohlbefinden

Trinken — der unterschätzte Hebel

Kurz gesagt

Zu wenig zu trinken macht müde, verursacht Kopfschmerzen und wird häufig mit Hunger verwechselt. Als Richtwert gelten rund eineinhalb bis zwei Liter am Tag, mehr bei Hitze und Bewegung. Entscheidend ist weniger die genaue Menge als die Verteilung über den Tag.

Es ist der Punkt, den alle kennen und die wenigsten machen. Wir fragen im Studio bei jedem Erstgespräch danach, und die Antwort lautet fast immer: „Zu wenig, ich weiß.”

Was zu wenig Trinken tatsächlich macht

Müde. Der häufigste und am wenigsten erkannte Effekt. Das Nachmittagstief um drei ist bei vielen weniger eine Frage des Mittagessens als der Flüssigkeit.

Kopfweh. Ein sehr verbreiteter Auslöser, und einer, der sich mit einem Glas Wasser billiger beheben lässt als mit einer Tablette.

Hunger, der keiner ist. Durst und Hunger werden im Alltag zuverlässig verwechselt. Wer beim nächsten Griff zum Keks erst ein Glas Wasser trinkt und zehn Minuten wartet, merkt oft, dass der Hunger nicht wiederkommt.

Konzentration. Auch das ist keine Kleinigkeit, wenn man den ganzen Tag am Bildschirm sitzt.

Wie viel wirklich

Als Richtwert gelten rund eineinhalb bis zwei Liter am Tag, dazu das, was über Essen kommt. Mehr bei Hitze, bei Sport, bei trockener Heizungsluft im Winter.

Genauer geht es nicht seriös, weil es von Körpergröße, Bewegung und Umgebung abhängt. Ein brauchbarer eigener Anhaltspunkt: heller Harn und kein Durstgefühl über den Tag.

Wichtig auch die andere Richtung: Sehr viel mehr zu trinken ist kein Vorteil und kann in extremen Mengen sogar schaden. Wer wegen einer Nieren- oder Herzerkrankung eine Trinkmenge vorgegeben bekommen hat, hält sich an diese und nicht an einen Blogbeitrag.

Was zählt und was nicht

Wasser ist die einfachste Lösung, mit oder ohne Kohlensäure. Wer es fad findet: eine Scheibe Zitrone, ein paar Minzblätter, ein Stück Ingwer.

Ungezuckerter Tee zählt voll mit, auch Früchtetee, auch kalt.

Kaffee zählt entgegen dem alten Gerücht ebenfalls mit. Er entwässert nicht dauerhaft. Was er tut, ist wach machen — auch spät am Nachmittag noch, was viele beim Einschlafen merken.

Säfte und Limonaden sind flüssige Mahlzeiten, keine Getränke. Sie zählen mit, bringen aber eine Menge Zucker mit, die man beim Trinken nicht bemerkt.

Alkohol zählt nicht mit — im Gegenteil.

Was am Trinkplan funktioniert

Sichtbarkeit. Eine Karaffe oder Flasche dort, wo du arbeitest. Nicht in der Küche. Der Unterschied zwischen „steht da” und „müsste ich holen” ist ein halber Liter am Tag.

Kopplung an etwas, das du ohnehin tust. Ein Glas nach dem Aufstehen, eines vor jeder Mahlzeit, eines beim Nachhausekommen. Das braucht keine Erinnerung, weil der Anlass schon im Tag steckt.

Eine Flasche mit Maß. Wer sieht, wie viel schon weg ist, trinkt mehr. Das ist der einzige Grund, warum die großen Flaschen mit Markierungen funktionieren — nicht wegen der Sprüche darauf.

Die vier Stellen, an denen es im Alltag kippt

Der Vormittag im Büro. Zwischen halb neun und zwölf trinken die meisten Menschen außer Kaffee gar nichts. Wer bis Mittag nur zwei Tassen hatte, hat einen halben Liter Rückstand, den er am Nachmittag nicht mehr aufholt.

Unterwegs. Termine, Öffis, Wege. Eine Flasche in der Tasche löst das; ohne Flasche trinkt man erst wieder zu Hause.

Im Winter. Man hat weniger Durst, obwohl Heizungsluft mehr Flüssigkeit kostet als gedacht. Deshalb ist der Winter für viele die trockenste Jahreszeit, nicht der Sommer.

Wenn viel los ist. Genau dann, wenn der Körper es am nötigsten hätte, fällt es zuerst weg. Das ist dasselbe Muster wie beim Essen.

Was mit Mineralwasser und Leitungswasser ist

Wiener Leitungswasser kommt aus den Hochquellenleitungen und ist ein Lebensmittel in sehr guter Qualität — es gibt keinen gesundheitlichen Grund, dafür Flaschen zu schleppen. Wer Kohlensäure mag, sprudelt selbst oder kauft; das ist Geschmackssache und keine Frage von besser oder schlechter.

Mineralstoffe über Wasser aufzunehmen ist möglich, aber mengenmäßig nebensächlich. Wer Magnesium braucht, bekommt es aus dem Essen oder aus einem Präparat, nicht aus der Wasserflasche.

Warum wir im Studio besonders darauf schauen

Vor und nach der Behandlung bitten wir dich zu trinken, und wir fragen auch nach, ob du es gemacht hast. Das ist kein Ritual: Es ist der Punkt, an dem in den Wochen einer Behandlungsreihe am häufigsten geschlampt wird — und es ist der einzige Teil des Ergebnisses, den du selbst vollständig in der Hand hast.

Wer bei uns liegt und den Rest der Woche zu wenig trinkt, verschenkt etwas. Das sagen wir dir lieber einmal zu oft.

Wenn du das lieber persönlich besprichst

Beim ersten Termin nehmen wir uns dafür Zeit — und du bekommst deine eigenen Zahlen statt allgemeiner Aussagen.

Mehr zur Methode: Körperformung

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